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Seitenkanalpumpe

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Ein Nischenprodukt zwischen Verdränger- und Kreiselpumpe

Seitenkanalpumpen sind selbstansaugende, rotierende Pumpen, die die Lücke zwischen Verdrängerpumpen und radialen Kreiselpumpen schließen und Vorteile beider in sich vereinen. Seitenkanalpumpen werden zur Förderung von kleinen Mengen mit mittleren bis großen Förderhöhen eingesetzt. Sie können große Gasanteile mitfördern und eignen sich ideal zur Förderung von siedenden Medien mit geringer Viskosität.

Funktion einer Seitenkanalpumpe

Durch die Saugöffnung tritt die Förderflüssigkeit bzw. Flüssigkeits-Gas-Gemisch zunächst in der Pumpenstufe in die Laufradzellen und den Seitenkanal ein. Durch die Drehbewegung des Laufrades und die Zentrifugalwirkung muss die Förderflüssigkeit mehrfach zwischen den Zellen des sternförmigen Laufrades und dem Seitenkanal hin und her zirkulieren, während durch die Rotation des Laufrades eine kreisförmige Strömungsrichtung überlagert wird. Es entstehen die typischen Kreisring-Helix-Strömungslinien auf denen sich das Fördermedium durch die Seitenkanalstufen bewegt. Durch die mehrfache Interaktion der Förderflüssigkeit mit dem Laufrad kann eine sehr intensive Energieübertragung stattfinden. Mit Seitenkanalpumpen werden Förderhöhen (Drucksteigerungen) erreicht, die das 8- bis 9-fache von mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit rotierenden klassischen Kreiselpumpenlaufrädern – bei gleichem Laufraddurchmesser – betragen. Durch die Zentrifugalwirkung kommt es in der Pumpenstufe zur zeitweiligen Phasentrennung - Luft- oder Gasanteile sammeln sich im inneren Bereich des Laufrades und werden dort zur Gasaustrittsöffnung mittransportiert, wo sie wieder mit dem Flüssigkeitsstrom vermischt werden.

Eigenschaften einer Seitenkanalpumpe

Die sehr niederen NPSH-Werte ermöglichen es siedende Medien nahe der Dampfdruckkurve zu fördern. Selbst bei teilweiser Ausgasung oder kurzzeitigem Lufteintritt reißt der Förderstrom mit Seitenkanalpumpen nicht ab. Es könne sehr große Gasanteile (bis 50%vol.) permanent mitgefördert werden.

Merkmale einer Seitenkanalpumpe

Gliedergehäusepumpe aus einem System-Baukasten mit sechs Baugrößen und max. neun Stufen mit oder ohne Wellendichtung und vorgeschalteter Saugstufe zur Erzielung niedrigster NPSH-Werte.
Verschiedene Werkstoffe stehen zur Auswahl:

  • preiswerter Grauguss
  • Verschleiß fester Sphäroguss
  • in Seewasser beständige Bronze
  • hochfester Chromstahl
  • Chemikalien beständige Edel- und Duplexstähle

Benefits einer Seitenkanalpumpe

  • kleine Mengen – große Förderhöhen
    Vorteile von Kreiselpumpen / keine Nachteile der Verdränger
  • Selbstansaugen
    preiswerte und sichere Saugverrohrung bzw. Saugtank
  • Gas mitfördern
    stabile 2-Phasen-Strömung möglich
  • bei niederen Anlagen-NPSH-Werten
    kostengünstiges Layout / Hilfssysteme (z.B. Chiller) einsparen
  • niedertourige Maschinen mit breitem Drehzahlband
    lange Lebensdauer / niedere Wartungskosten
  • einfache Regelung durch steile, lineare Kennlinie
  • Tieftemperatur- und Kesslespeiseanwendungen
  • geeignet für hohe Zulaufdrücke (40bar)

Anwendungsspektrum einer Seitenkanalpumpe

Seitenkanalpumpen werden oft bei folgenden Medien eingesetzt:

  • Wasser: Trinkwasser, Seewasser, Kesselspeisewasser, Dampfkondensate
  • Kraftstoffe: Benzin, (Bio)Diesel, Methanol, Autogas
  • Industrielle Kältemittel: Ammoniak, R-134A, CO2, DME, R-1234yf
  • Treibgase: Aerosole, Aufschäummittel
  • flüchtige Chemikalien: Butadien, Propylen, Styrol
  • Aromate & Lösemittel: Xylol, Toluol, Isopropanol
  • Kohlenwasserstoffe: Ethan, Propan, Butan, Pentan

Fördercharakteristika einer Seitenkanalpumpe

klare oder getrübte Flüssigkeiten ohne Feststoffe

  • Fördermengen von 0,3 m³/h bis 42m³/h
  • Förderhöhen bis 550m
  • Drehzahlen von 900min-1 bis 1800min-1
  • Medientemperaturen von -60°C bis +220°C
  • Medienviskositäten von 0,1mPas bis 220mPas
Seitenkanalpumpe (Viertelschnitt), side channel pump (cross-section)

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