Pumpen-Lexikon

Drehkolbenpumpe

Drehkolbenpumpen sind selbstansaugende, ventillose, rotierende Verdrängerpumpen, die aufgrund ihrer kompakten Bauweise, hohen Leistungsdichte und Betriebssicherheit zur kontinuierlichen und schonenden Förderung sowie drehzahlproportionalen Dosierung vieler Medien genutzt werden.
Die selbstansaugende Drehkolbenpumpe erreicht Fördermengen von bis zu 1.000 m³/h bei maximal 6 Bar Druck und einem Saugvermögen von bis zu 8 mWS. Sonderauslegungen für besondere Kundenanforderungen sind möglich. Die bewegten Medien können dabei niedrig- bis hochviskos, thixothrop und dilatant, schmierend oder nicht-schmierend, scherempfindlich, abrasiv oder – wie in diesem Fall – höchst aggressiv sein. Selbst Gemenge mit Feststoffen bis zu einer Korngröße von 70 mm lassen sich damit fördern.

Funktion

Durch die Drehung des Rotorpaares entsteht auf der Ansaugseite ein Unterdruck, durch den das Medium angesaugt und an der Pumpenwand vorbei zur Druckseite gefördert wird. Über den Wechsel der Drehrichtung des Antriebs lässt sich die Förderrichtung der Pumpe umkehren. Bei gummierten Rotoren schließt die Pumpe bei Stillstand fast vollständig ab. Bestehen die Drehkolben aus Metall, verhindert das notwendige Untermaß eine vollständige Abdichtung. Eine Ausnahme bilden die geraden Metall-Kolben der TORNADO Baureihe von NETZSCH, bei denen die gummierten  Flanken für Abdichtung sorgen.

Eigenschaften

Drehkolbenpumpen können sowohl niedrig- als auch hochviskose Medien fördern. Aufgrund ihres großen freien Kugeldurchgangs und der niedrigen Drehzahlen sind sie gegenüber Verstopfungen, Verzopfungen und Fremdkörpern relativ unempfindlich. Unterschiedliche Feststoffgehalte beeinflussen die Fördermenge ebenso wenig wie durch die Feststoffmenge bewirkte Druckänderungen. Ihr Wirkungsgrad ist höher als bei vielen anderen Verdrängerpumpen. Da die Energie den größten Anteil an den Lebensdauerkosten einer Pumpe ausmacht, ist dieser Vorteil ein wesentliches Kaufkriterium.

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