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Winterzauber in Winterberg

Deutschland ist als Reiseziel so beliebt wie nie zuvor. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland stieg 2017 um drei Prozent auf den neuen Bestwert von 459,6 Millionen (Statistisches Bundesamt). Der Anteil der internationalen Gäste stieg sogar um vier Prozent auf 83,9 Millionen Übernachtungsgäste. Die Gründe sind vielfältig: Eine sehr gute Infrastruktur, die jedem eine einfache Anreise ermöglicht gepaart mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis, vielen Sehenswürdigkeiten und beeindruckenden Landschaften locken Geschäftsreisende und Touristen aus aller Welt nach Deutschland. Auch Winterberg, Wintersportregion im Sauerland, verzeichnet deutliche Zuwächse bei Übernachtungen. Die Auswirkungen des Tourismus-Booms stellten die Gemeinde allerdings vor besondere Herausforderungen. Wir haben diese gemeinsam gelöst.

Winterberg, touristische Hochburg im Sauerland mit etwa 13.000 Einwohnern in 15 Ortsteilen, hat in den vergangenen Jahren einen Entwicklungsschub erfahren und weist aus touristischer Sicht Merkmale einer typischen deutschen Mittelgebirgsdestination auf. Die Gemeinde beheimatet das größte zusammenhängende Skigebiet nördlich der Alpen und zieht damit nicht nur deutsche Urlauber an. Vor allem bei unseren niederländischen Nachbarn erfreut sich Winterberg größter Beliebtheit. Die Anreise geht schnell, die Landschaft ist, auch außerhalb der Wintersaison, wunderschön und lädt zu unterschiedlichen Outdoor-Aktivitäten ein. In den 1990er Jahren wurde vor dem Hintergrund eines wetterbedingten Einbruchs im Wintersporttourismus ein Maßnahmenplan zur Erzeugung von Schnee entwickelt, um Wintersportlern künftig 80 schneesichere Tage pro Saison zu ermöglichen. Diese Maßnahmen haben gewirkt: im Jahr 2012 konnte Winterberg erstmals mehr als 1 Mio. Übernachtungen vorweisen – allein in gewerblichen Hotels. Hinzu kommen die nicht erfassten Übernachtungen bei Klein- und Privatvermietern sowie etwa 1,5 Mio. Tagesgäste pro Jahr.
Dies blieb natürlich nicht ohne Folgen für die örtliche Abwasserreinigung. Die Stadtwerke Winterberg AöR betreiben zwei Kläranlagen die vor allem im Winter durch den zunehmenden Tourismus mit erhöhten Frachten und Stoßbelastungen zu kämpfen haben.

Die Stadtwerke Winterberg bauten hier auf unser KnowHow um zwei besondere Herausforderungen meistern zu können:
Zum einen wird durch die hohe Anzahl an Tagesgästen und Touristen das WC-Nutzungsverhalten verändert, der Anteil an Harnstoff im Abwasser wird deutlich erhöht.  Hierdurch kommt es zu einem Missverhältnis zwischen den Anteilen Kohlenstoff und Stickstoff im Abwasser. Im normalen kommunalen Abwasser ist das Verhältnis Kohlenstoff und Stickstoff 100:20, in Winterberg ist das Verhältnis schwankend um 80:40.  Dieses Missverhältnis sorgt für einen Mangel an Kohlenstoff in der Denitrifikationszeit. Zum Ausgleich wird daher Essigsäure als Kohlenstoffquelle in das Abwasser dosiert. Der Abbau von Nitrat zu elementarem Stickstoff wird dadurch unterstützt und das gewünschte Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff hergestellt.

Zum anderen hat auch das Abwasser durch die wochenlange Schneeschmelze in Winterberg sehr niedrige Temperaturen wodurch in der Nachklärung ein schlechtes Absetzverhalten des Klärschlamms verursacht wurde. Die Zugabe von polymeren Flockungsmitteln verbessert nun die Bindung und das Absetzverhalten.

Für beide Herausforderungen lieferte sera eine Lösung: Die zwei Winterberger Kläranlagen wurden mit je einem isolierten Gefahrstoffcontainer mit Lüftung und Heizung beliefert, der wiederum zwei Dosieranlagen beinhaltet. Eine Dosieranlage vom Typ DAV2 mit Spritzschutz dosiert die Essigsäure aus einem Gebinde in die Denitrifikation. Zwei Dosierpumpen des Typs iSTEP S50 (Förderbereich je 0,1 – 50 l/h), sorgen, unterstützt von einer Steuerung, dafür, dass bei Bedarf sehr große Mengen Essigsäure dosiert werden können, es aber ebenso möglich ist, kontinuierlich kleine Mengen Essigsäure in die Denitrifikation zu fördern.
Beide schlüsselfertigen Container verfügen ebenso über eine smarte Kleinstdosieranlage CTD zum Ansetzen und Dosieren polymerer Flockungsmittel. Das Polymer wird aus einem Konzentrat und Wasser angesetzt und im Zulauf der Nachklärung zugegeben. Die Zugabe des Polymers erfolgt automatisch in Abhängigkeit der Trübung in der Nachklärung. Auch hier haben wir zwei iSTEP S50 im Einsatz um Schwankungen bestens ausgleichen zu können. Aber auch, um eine einfache Wartung und Teilebevorratung zu ermöglichen.
Die Anforderungen des Kunden waren in diesem Fall sehr ungewöhnlich. Die mit den Stadtwerken Winterberg gemeinsam erarbeiteten Containerlösungen sorgen nun aber für eine einwandfreie Abwasserbehandlung. Und somit auch dafür, dass der Tourismus in Winterberg weiterhin boomen kann.

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