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97 % der Bevölkerung an die öffentliche Kanalisation angeschlossen

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) im Dezember 2018 meldet, waren 2016 in Deutschland gut 97 % der Bevölkerung und damit rund 80 Millionen Einwohner an die öffentliche Abwasserkanalisation angeschlossen. Vor 25 Jahren (1991) waren es lediglich rund 90 % der Bevölkerung.

Destatis kennt weitere Fakten: Die Gesamtlänge des in Deutschland betriebenen Abwasserkanalnetzes belief sich 2016 auf knapp 600.000 Kilometer. 2016 wurden über die öffentliche Kanalisation rund 5 Milliarden Kubikmeter Schmutzwasser aus Haushalten und Kleingewerbe zur Abwasserbehandlung abgeleitet. In den Stadtstaaten waren auf Grund der dichten Besiedlung durchschnittlich 449 Einwohner an jedem Kilometer der öffentlichen Kanalisation angeschlossen, während es im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern im Durchschnitt 124 Einwohner je Kilometer waren.

Was bedeuten diese Zahlen für die Anbieter bzw. Betreiber von Abwasserpumpen? Für einen zukunftssicheren Betrieb des Abwassernetzes ist u.a. die Energieeffizienz des technischen Equipments von entscheidender Bedeutung.

Um den Handlungsbedarf zu erkennen und darauf frühzeitig reagieren zu können, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Fördermaßnahme ‚Intelligente und multifunktionelle Infrastruktursysteme für eine zukunftsfähige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung‘ (INIS) mit insgesamt 33 Millionen Euro finanziert.

Eine besondere Herausforderung liegt darin, die Leistungsfähigkeit der Infrastrukturen unter verschiedenen Belastungssituationen zu sichern: Robuste Systeme sind gefragt, die auch bei unerwarteten Extremereignissen nicht vollständig versagen und zugleich kosteneffizient sowie rückbau- und erweiterungsfähig konstruiert sind.

Pumpen und zugeordnete Systeme sind wichtige Stellglieder, um die variablen Kosten zu senken: Durch niedrige Stromkosten, einen geringen Wartungs- und Instandhaltungsaufwand, durch hohe Zuverlässigkeit.
Die Ökodesign-Richtlinie beschäftigt sich im Lot 28 mit dem Thema Abwasserpumpen. Die große Frage lautet: wie kann man die Energieeffizienz einer Abwasserpumpe erhöhen, ohne deren Funktionalität zu beeinträchtigen? Denn klar ist, dass für Betreiber von Abwasserentsorgungsnetzen die Betriebssicherheit der technischen Systeme eine übergeordnete Rolle spielt.

Die Branche ist gespannt, wie diese Diskussion mit Brüssel im Ergebnis ausschauen wird.



Bild 1: Derzeit sind 97 % der Bevölkerung an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Knapp 3 % der Bevölkerung leiten ihr Schmutzwasser ohne öffentliche Kanalisation in Kleinkläranlagen oder abflusslose Gruben ein.

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