Kunststoff-Kreiselpumpen

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Kunststoffpumpen, auch nichtmetallische Pumpen genannt, sind hauptsächlich Kreiselpumpen, die auf der Radialpumpentechnologie basieren. Alle flüssigkeitsberührten Bauteile von Kunststoffkreiselpumpen werden aus dickwandigen Kunststoffen ausgeführt. Dort, wo Flüssigkeiten korrosiv und verschleißend wirken, sind Pumpen aus Kunststoff unschlagbar. Sie genügen dabei höchsten Anforderungen an Qualität und Standzeiten und entsprechen gängigen Standards für Kreiselpumpen.

Funktion der Kunststoff-Kreiselpumpe

Die einströmende Flüssigkeit wird durch ein rotierendes Laufrad beschleunigt. Am Austritt des spiralförmigen Gehäuses kommt es dann zu der gewünschten Druckerhöhung. Laufrad und Gehäuse sind genau aufeinander abgestimmt und bilden die 'Hydraulik' der Pumpe. Es gilt: Je größer Laufraddurchmesser- und Drehzahl sind, desto größer wird die Druckerhöhung und, je breiter Laufrad und Spiralgehäuse sind, desto größer ist der Förderstrom der Pumpe.

Die meisten Kreiselpumpen werden durch Elektromotoren angetrieben, das ist auch bei Kunststoffpumpen nicht anders. Die Motoren übertragen die Energie, deren Bedarf mit zunehmendem Druck und Förderstrom linear ansteigt, auf die Antriebswelle. Aber nicht alles davon wird auch in Druck umgesetzt. Ein Teil der Energie geht durch Reibung und hydraulische Verluste (Verwirbelungen, Rückströmungen) in der Pumpe verloren. Hersteller hochwertiger Kunststoffpumpen für industrielle Anwendungen treiben einen enormen Entwicklungsaufwand, um diese Verluste zu minimieren. Dadurch sind auch bei Kunststoffpumpen heute Wirkungsgrade von bis zu 80% möglich.


Hermetisch dichte Kunststoffpumpe (Munsch CM-Serie).
Alle flüssigkeitsberührten Bauteile sind aus Kunststoff.

Technische Daten von Kunststoff-Kreiselpumpen

Fördermenge:  bis 3.000 m³/h  (830 l/s)
Förderhöhe:  bis 100 m
Förderdruck:  bis 16 bar
Temperaturen:  von -20°C bis +180°C
Viskositäten:  bis 300 mm²/sec


Schwergewicht: Umwälzpumpen für Schwefelsäure in einer Abgaswäschereinheit einer Kupfermine - MUNSCH-Pumpenserie NPC Mammut.

Wann macht eine Kunststoffpumpe Sinn?

Tatsächlich sind die allermeisten Kreiselpumpen aus metallischen Werkstoffen gefertigt. Das Angebot in diesem Segment ist riesig und, solange man sich im Bereich standardisierter Größen und Materialien bewegt, kostengünstig. Jedoch erfordert gerade die Auswahl des metallischen Materials eine hohe Sachkenntnis, wenn es sich um Flüssigkeiten handelt, die andere Eigenschaften als reines Wasser haben. Schon gelegentliche Abrutscher im pH-Wert, geringe Anteile an Chloriden oder Fluoriden, können Standardmaterialien (GG, 1.4408 etc.) auf Dauer zerstören.
 

Metalllegierungen sind Spezialisten - Kunststoffe sind Generalisten

Metallische Legierungen, die für ein korrosives Medium geeignet sind, haben zudem oft die Eigenschaft, dass sie nur innerhalb eines definierten Temperatur- und Konzentrationsbereiches beständig sind. Die meisten Kunststoffe sind da deutlich toleranter und, im Fall des Fluorkunststoffes PFA, beinahe universell beständig. Im Vergleich zu den hochlegierten Sondermetallen, bieten Kunststoffe zudem deutliche Vorteile bei Preis und Lieferzeit – ein wichtiger Faktor für die Instandhaltung und Anlagenverfügbarkeit.
 

Es gibt keinen Grund zu akzeptieren, dass eine Pumpe regelmäßig verrostet und verschleißt

Oft unterschätzt wird die Eigenschaft, dass einige Kunststoffe – vor allem das langkettige Polyethylen UHMW-PE – neben einer hervorragenden Korrosionsbeständigkeit auch die meisten hochlegierten Metalle in den Schatten stellen, wenn es um die Verschleißfestigkeit geht. Heute arbeiten Pumpen aus diesen Materialien in Prozessen, mit mehr als 20% Feststoffanteil erfolgreich, zum Beispiel beim Aufschluss seltener Metalle (Kobalt, Nickel) durch hochkonzentrierte Säuren oder in der Herstellung von Phosphorsäure bei der u.a. in hohem Maße Gips entsteht und gefördert werden muss.

Kunststoffpumpen für die Förderung von chlorhaltiger NaCl-Sole - MUNSCH NP-Serie.

Anwendungen, in denen Kunststoffkreiselpumpen unschlagbar sind

  • Chlor-Alkali-Elektrolyse
  • Metall(rück)gewinnung, Säureaufschlussverfahren
  • Phosphorsäure- / Düngemittelherstellung
  • Oberflächentechnik, Beizen, Eloxieren
  • Rauchgasreinigung, Abluftwäscher
  • Industrielle / pharmazeutische Abwasserbehandlung
  • Meerwasserentsalzung
  • Chemie: anorganische und organische Säuren / Mischsäuren, chlorhaltige Medien

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Technologie für Ihre Anforderung.

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